Nitratfilme: Ungeahnte Gefahr auf der Dachstube

Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden fast alle Dias, Schmalfilme sowie Negative aus Nitratfilm. Nachdem es im letzten Jahrhundert zu mehreren Kinobränden kam, weiß man heutzutage um die Gefahr dieses Trägermaterials. Das Unheil lauert aber möglicherweise noch auf Ihrer Dachstube.

Was ist ein Nitratfilm? Warum ist er so gefährlich?

Nitratfilme bzw. Nitrofilme sind Filmträger, die aus einem Stickstoffcelluloseester bestehen. Die chemische Verbindung, die bei der Produktion der Nitratfilme entsteht, wird in Deutschland als Sprengstoff eingestuft. Brennender Nitratfilm kann nicht gelöscht werden, da er genug Sauerstoff enthält, um auch unter Einwirkung von Wasser, Löschpulver oder Löschschaum weiter zu brennen.

Zwischen 1895 und 1950 wurden alle 35mm-Filme auf Nitratfilmen hergestellt, obwohl schon damals die hohe Feuergefahr bekannt war. Erst 1957 wurde die Verwendung von Nitratfilmen in Deutschland verboten.

Löschversuch eines Nitratfilms

Warum brennender Nitratfilm so gefährlich ist, zeigt folgendes Video:

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Quelle: Youtube.com 

Nitratfilme gehören nicht auf den Dachboden

Sie sehen: Die Substanzen des Nitratfilms sind sehr leicht entzündlich und brennen auch ohne Sauerstoff weiter. Gerade auf Dachböden oder in Garagen wird es jetzt im Sommer bei starken Nitratfilme - Große Gefahr im Haushalt!Sonneneinstrahlungen schnell sehr heiß. Befinden sich Ihre Filme in fest verschlossenen Behältern, kann es durch die Entzündung sogar zu einer gefährlichen Explosion kommen!

Was bedeutet das für Sie? Ausschau halten nach Nitratfilmen! Sehen Sie Ihre alten Medien einmal durch, suchen Sie gezielt nach Nitratfilmen und gehen Sie lieber auf Nummer sicher. Überprüfen Sie Ihre Medien mit unserer Checkliste.

Der Zersetzungsprozess der Nitratfilme

Analoge Medien halten nicht ewig, doch die Haltbarkeit von Nitratfilmen ist ganz besonders begrenzt und Ihre Zersetzung äußerst gefährlich. Nitratfilme zersetzen sich in einigen Stufen selbst. Bei diesem Prozess werden säurehaltige, stechend riechende Gase freigesetzt, die äußerst giftig und nicht nur schädlich für Sie sind, sondern auch alle in der Nähe lagernden Fotos, Dias oder Videos mit beschädigen können. Zersetzte Nitratfilme entzünden sich bereits bei 38 Grad. Auf Dachböden sammelt sich die Hitze und warme Luft kann nicht entweichen, so kommt es schnell zu hohen Temperaturen.

So erkennen Sie Nitratfilme: Die Zersetzung in einzelnen Schritten:

  1. Der Nitratfilm gibt säurehaltige Substanzen ab und fällt durch stechende Gase auf.
  2. Das Silberbild verblasst, die Emulsion färbt sich bräunlich und beginnt zu kleben.
  3. Die Emulsion weicht auf und wird blasig. Ein strenger Geruch macht sich bemerkbar.
  4. Der Nitratfilm klebt komplett zusammen.
  5. Der Träger zerfällt zu einem braunen Pulver mit beißendem Geruch.

Kompliziertes Bestimmungsverfahren bei Nitratfilmen

Doch wie können Sie ganz sicher sein, ob es sich bei Ihren analogen Medien tatsächlich um Nitratfilme handelt? Es ist möglich, mit einigen Vorkenntnissen die Filme optisch oder akustisch voneinander zu unterscheiden. Nitratfilme erkennt man, wie oben beschrieben, optisch daran, dass sie sich mit den Jahren und durch die Zersetzung oft gelb oder braun verfärben.

Zudem schrumpft das Material von Nitratfilmen sehr unregelmäßig, sodass die Filme oft gewellt sind. Auch akustisch lassen sich Nitratfilme identifizieren: Wenn man die Filme an einer Ecke zurückbiegt und zurückschnellen lässt, ertönt ein fast blechernes Geräusch.

Am Besten sollten Sie jedoch einen Fachmann zurate ziehen, um zu bestimmen, ob es sich bei Ihren Medien um Nitratfilme handelt!

Die Rettung: Filme digitalisieren lassen bei MEDIAFIX

Die schlechte Nachricht ist: Es ist egal, wie Sie Ihre analogen Filme lagern, mit der Zeit werden sie verfallen. Die Farben werden blasser oder verändern sich, bis die Motive irgendwann unwiderruflich zerstört sind. Deswegen ist die rechtzeitige Digitalisierung von alten analogen Medien so wichtig. Die digitalen Bilder können nicht weiter zerfallen und lassen sich auf vielfältige Art und Weise archivieren und nutzen.

Worauf warten Sie also noch? Retten Sie einzigartige Erinnerungen – bei MEDIAFIX mit bester Qualität und mit Bestpreisgarantie!

Sie haben noch Fragen? Rufen Sie einfach an unter 0221 / 67 78 69 34. Unser freundlicher Kundendienst berät Sie gerne. Sie erreichen uns

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Quellen: 

  • Fachinformationen des Bundesarchives (https://www.bundesarchiv.de/DE/Content/Artikel/Ueber-uns/Aus-unserer-Arbeit/nitrozellulosefilm.html)
  • Das Lexikon der Filmbegriffe (https://filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/k:kinobrande-5204)